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Post vom Spital

Freitag, 9. Mai 2008

Nicht so gute Blutwerte vom letzten Mal (5.5.), daher Kontrolle in zwei Wochen (Neutrophile niedrig).

Leukos: 1,79

Neutros 0,61

Erys 3,69

Hämoglobin 11,3

Hämatokrit 32,0

Thrombos 98

h1

Schöne Aussichten

Montag, 5. Mai 2008

Ich glaube, diesmal habe ich ewig gewartet, so fühlte es sich jedenfalls an. Oberärztin Dr. H. war meine heutige Ansprechpartnerin und erkundigte sich gleich nach meinem Wohlergehen. Ich begann mit meiner Fragenliste.

a) Wird das Interferon bei besseren Werten noch erhöht oder bleibe ich bei 135 µg? Bei einer der vorherigen Ärztinnen hieß es nämlich, dass mehr Interferon die Therapiechancen erhöht.
Mit einem Blick auf meine Blutwerte meinte sie, dass wir bei 135 µg bleiben, denn so gut seien die auch wieder nicht.

b) Wie stehen Sie zu einer Ganglion-Operation während der Therapie? Problematisch? Soll ich das im Haus machen?

Kein Problem.

c) Warum wird die HBV-DNA; sprich der Titer nicht mehr gemessen? Ist der Titer nicht ein Indiz dafür, wie infektiös ich bin? Gemäß den deutschen Leitlinien zur Hepatitis-B-Therapie sollte der Titer während des Therapieverlaufs kontrolliert werden, auch wenn die Fachwelt sich nicht darauf einigen kann, dass man aus dem Titer etwas über den Erfolg der Therapie herauslesen kann.
Hier hielt sie mir einen langen Vortrag über Infektiösität. Der Titer ist in doppeltem Sinne unnötig: erstens widerspiegelt ein hoher Titer keinen temporären Misserfolg der Therapie und umgekehrt. Zweitens sollte oder würde ein hoher Titer mein Verhalten nicht ändern, insofern ist es unnötig ihn zu bestimmen. Dr. H. meinte auch, dass ich meinen Arbeitskollegen nichts hätte sagen müssen oder sollen, da die Infektionsgefahr ohnehin gering sein würde. Als ich die Geschichte mit dem Kollegen und Speichelspritzer erzählte, lachte sie und meinte, genau so was wolle man verhindern - warum sollte ein HepB-Patient diesbezüglich Probleme in seiner Umwelt bekommen, nur weil sie überempfindlich reagiert? Die einzige Empfehlung, die sie abgab, war, dass nahe Kontaktpersonen, zum Beispiel solche, die im gleichen Haushalt leben, sich impfen lassen sollten, alle anderen müssten nicht einmal davon erfahren.

d) Was geschieht, nachdem dieses Jahr der Therapie abgeschlossen ist bei positivem und bei negativem Ausgang?
News: die Therapie dauert nicht 52 Wochen, wie mir bisher gesagt wurde, sondern nur 48 Wochen, d.h. ich wäre im August fertig damit. Dann würde man 3 und 6 Monate später eine DNA-Titer Kontrolle nachschieben, um zu sehen, ob der Virus unter 10^4 U/ml ist (das ist nicht die Nachweisgrenze, aber eine Grenze, unter welcher man sagt, dass die Therapie erfolgreich ist). In 30% der Fälle würde das geschehen, der Rest würde mit einer Tabletten-Therapie fortsetzen: Nukleosidanaloga, die im Gegensatz zum Interferon direkt den Virus an seiner Vermehrung stören sollen. Im Krankenhaus würde man mit Telbiduvin behandeln, einem Medikament, das vor kurzem in der EU zugelassen wurde und am vielversprechendesten in Studien reagieren konnte (im Vergleich zu Adefovir und Lamivudin). Es wird einmal täglich eingenommen (600 mg Tablette, ojemine), auf wie lange, war mir nicht klar - mir wurde erklärt, dass es das Medikament der Wahl bei älteren Patienen wäre, da es nicht so schlimm sei, wenn sie ihr ganzes Leben Tabletten schlucken müssten, und auch bei Patienten, die die Interferontherapie erfolglos hinter sich gebracht hätten. Der Preis bewegt sich zumindest im Internet um die 500 € für 28 Stück, also knapp ein Monat, insofern etwas weniger als die Hälfte von Interferon, aber dennoch nicht billig.
Hier gibt es nähere Informationen dazu:
Allgemeines (deutsch)
Fachliche Infos zum Medikament (Novartis, pdf-Datei, englisch)
Studien-Beschreibung und weiterführende Links (Pharmazeutische Zeitung, deutsch)
Packungsbeilage von Novartis (pdf-Datei, deutsch)

Blutwerte vom letzten Mal (7.4.08)

Leukos 2,10
Neutros 0,74
Erys 3,43
Hämoglobin 10,5
Hämatokrit 29,5
Thrombos 90

Danach schaute ich in der plastischen Chirurgie vorbei wegen des Ganglions und erkundigte mich, wie es mit den Terminen aussieht: keine Terminvergabe, man komme einfach Dienstag 11 Uhr oder Freitag 9 Uhr (und mache sich auf lange Wartezeiten gefasst). Dann zum Chefarzt wegen des neuen Rezepts, der auch meine MRT-Bewilligung unterschrieb - zum Glück, denn so erspare ich mir einen weiteren Weg.

Zeckenimpfung dann gleich danach, diesmal sind die Nebenwirkungen zum Glück nicht so schlimm, nur ein leichtes Taubheitsgefühl im Arm, aber er ist voll einsatzfähig, auch am Tag danach.

h1

#36

Sonntag, 4. Mai 2008

135 µg, 19 Uhr. Letzte Spritze in der Packung.

Eigentlich gibt es nicht viel Neues. Ab und zu immer noch Kopfschmerzen, viel Müdigkeit, Juckreiz immer abends und fast überall. Trockene Haut an bestimmten Stellen. Bin sehr oft sehr gereizt, d.h. jede Kleinigkeit kann mich ziemlich erzürnen. Manchmal würde ich sagen, ich bin richtig jähzornig und auf jeden Fall wahnsinnig ungeduldig.

Ganglion ist immer noch da und hat mir einen wahren Ärztemarathon beschaffen: Praktischer Arzt spritzt Cortison und überweist mich zum Röntgen, Röntgenarzt macht ein Photo, Röntgenbefund abholen, praktischer Arzt legt einen Verband an und gibt mir eine Woche Zeit, praktischer Arzt stellt keine Veränderung fest und überweist mich zum Orthopäden, Orthopäde schaut Röntgen an und schickt mich zum Ultraschall, Ultraschallarzt macht ein Photo, Ultraschallbefund abholen, Orthopäde schaut Ultraschall an und überweist mich in eine Ambulanz zur plastischen Chirurgie sowie zur Magnetresonanztomographie. Für letztere brauche ich die Bewilligung des Chefarztes meiner Krankenkasse, also noch ein Weg, wenn ich es nicht morgen in meinem Spital bei dem hiesigen Chefarzt schaffe, was laut MRT-Assistentin fraglich sei. Termin für die MRT ist schon ausgemacht für nächste Woche. Achja, und zu meinem Internisten musste ich auch noch wegen einer Überweisung für das neue Quartal an mein Spital. Ein Glück, dass sie mich in der Arbeit so oft gehen lassen.

Morgen also wieder Spitalsbesuch. Ich habe auch ein paar Fragen vorbereitet:

a) Wird das Interferon bei besseren Werten noch erhöht oder bleibe ich bei 135 µg? Bei einer der vorherigen Ärztinnen hieß es nämlich, dass mehr Interferon die Therapiechancen erhöht.

b) Wie stehen Sie zu einer Ganglion-Operation während der Therapie? Problematisch? Soll ich das im Haus machen?

c) Warum wird die HBV-DNA; sprich der Titer nicht mehr gemessen? Ist der Titer nicht ein Indiz dafür, wie infektiös ich bin? Gemäß den deutschen Leitlinien zur Hepatitis-B-Therapie sollte der Titer während des Therapieverlaufs kontrolliert werden, auch wenn die Fachwelt sich nicht darauf einigen kann, dass man aus dem Titer etwas über den Erfolg der Therapie herauslesen kann.

d) Was geschieht, nachdem dieses Jahr der Therapie abgeschlossen ist bei positivem und bei negativem Ausgang?

Und dann habe ich morgen noch Teil II der Zeckenimpfung, juhu. Hoffentlich ist mein Arm einsatzfähiger als das letzte Mal.

h1

#35

Samstag, 26. April 2008

135 µg, 19 Uhr.

h1

Verlauf der Blutwerte während meiner Therapie

Montag, 21. April 2008

Dachte mir, wäre Zeit für ein Update der Excel-Graphik.

21.04.08

Was gibt es Neues? Kaum etwas. Neutrophile und Leukozyten grundeln immer noch im Grenzbereich, d.h. ich muss nur alle 4 Wochen zur Blutabnahme kommen, aber im eindeutig sicheren Bereich sind sie auch nicht. Thrombozyten gehen mal auf und mal ab, wie es ihnen gefällt. Die Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, bleiben recht konstant.

Und die HBV-DNA wird ja nicht mehr gemessen.

Habe etwas Literatursuche betrieben, bin aber noch zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen, ob der Virustiter während der Therapie nun verfolgenswert erscheint oder nicht.

h1

#34

Samstag, 19. April 2008

135 µg, Samstagnacht.

Keine Nebenwirkungen soweit. Sehr schön. :)

Überbein: Orthopäde hat mein Röntgenbild vom rechten Arm begutachtet und mich zum Ultraschall geschickt. Eventuell wird eine Operation nötig.

h1

#33

Samstag, 12. April 2008

Samstagnacht, 135 µg.

Nachtrag zur Zeckenimpfung von Montag dieser Woche: die Ärztin hatte mich gewarnt, dass der Arm etwas wehtun würde. Etwas. Am Nachmittag nach der Impfung leicht stumpfes Gefühl im Arm, nach einer Nacht war der linke Arm allerdings nicht mehr einsatzfähig: Starke Schmerzen bei jeder Beanspruchung des Oberarms, Schmerzen im Oberarm, aber auch in der Schulter. Am Tag darauf dann glücklicherweise weniger, am folgenden noch weniger, gestern war alles wieder komplett normal.

Nachtrag Überbein: bisher noch kein Arzttermin, Überbein-Effekt ist eher schlechter als besser geworden. Gestern konnte ich nicht mal meine Bankkarte aus dem Schlitz mit Daumen und Zeigefinger entgegennehmen, ohne dass die Hand wehtat, außerdem zieht sich der Schmerz je nach Haltung hinauf in den Unterarm. Mittwoch ist mein Orthopädentermin.

Und noch was: Im Flugzeug bei der Rückreise hatte ich einen Juckanfall am rechten Bein und kratzte (leider) ein bisschen herum, nicht sehr fest und lange, aber dafür via eine Strumpfhose. Was offenbar den Effekt hatte, dass eine saftige Wunde entstand, die den seltsamen Nebeneffekt hatte, dass ich beim Gehen ab und zu einen stark stechenden Schmerz im Unterschenkel verspürte, der mein rechtes Bein funktionsunfähig machte (für 10-20 Sekunden). Das hielt sich mehrere Tage bis gestern an, heute glaube ich zu spüren, dass es besser wird.

Und das hier ist jetzt anscheinend von einem HepB-Blog zu einem Krankheitsgeschichten-Blog mutiert…

h1

Dr. P.

Montag, 7. April 2008

Eine mir bisher unbekannte, junge Dr. P. nahm mich heute in Behandlung. Sie erkundigte sich nach meinen Nebenwirkungen, fragte, wie meine Reise war, ob Kopfschmerzen und Juckreiz noch anhalten. Ich nannte nur Müdigkeit und Juckreiz.
Die Werte vom letzten Mal seien nicht so schlecht:

Leukos 2,65
Neutros 1,00
Erys 3,71
Hämoglobin 11,4
Hämatokrit 31,9
Thrombos 91

Ich fragte, wann wieder die HBV-DNA gemacht wird. Und erhielt folgende Information: während der Therapie werde der Titer eigentlich nicht gemessen, da dies unnötig sei. Die Fortführung der Therapie hänge nicht von der Höhe des Titers ab, zudem könne dieser unabhängig vom Interferon oszillieren. Gemessen werde erst nach beendeter Therapie.
Aha.
Auf Wiedersehen in 4 Wochen.

Neues Rezept, Bewilligung vom Chefarzt.

Danach ab zur Zeckenimpfung, Grundimmunisierung.

h1

#32

Samstag, 5. April 2008

Samstagabend, 135 µg wie gehabt, nur wieder zuhause. Packung ist nun leer.

h1

#31

Samstag, 29. März 2008

Samstag, 29.03.08, früher Abend (= später Abend nach mitteleuropäischer Zeit), 135 µg.
Keine deutlichen Effekte.