
Die Rückkehr von Dr. B.
Freitag, 30. November 2007Schön, wenn man wieder in guten Händen ist.
Meine Punkteliste mit Fragen war diesmal lang und ich schickte voraus, dass ich kürzlich bei einer Gesundheitsumfrage teilgenommen hatte, bei welcher ich nicht bejahen konnte, dass sich jeder Arzt mehr als 10 Minuten Zeit für mich nimmt:
- Reisen: meiner Dienstreise nach Kanada im Frühling 2008 steht angeblich nichts im Wege, Dr. B. lachte fröhlich (habe ich vermisst) und sagte, ja natürlich, Sie bekommen ein ärztliches Attest und eine Kühltasche, fertig, außerdem fahren Sie ja nicht in ein Entwicklungsland.
- Nebenwirkungen: anlässlich des Faktums, dass nun mehr als 3 Monate vergangen sind seit Therapiestart, habe ich eine Liste mit den bisher aufgetretenen Nebenwirkungen erstellt, um es für mich zu wissen und auch, um sie der Akte beizulegen. Dr. B. begrüßte das, warf einen Blick drauf und meinte, das wäre alles normal, gab mir ein paar Tipps im Umgang mit dem Juckreiz.
- Seractil: vom Zahnarzt habe ich aus aktuellem Anlass ein Schmerz- und entzündunghemmendes Mittel erhalten, bei welchem ich mir nicht sicher war, ob es mit Interferon vertragen wird: kein Problem (Wirkstoff: Dexibuprofen).
- Stichstelle: bisher habe ich immer nur in den Bauch gestochen, allerdings auch mal gelesen, dass es zur Bildung von Knoten o.ä. im Fettgewebe kommen kann, wenn man nicht wechselt, was zu einer schlechteren Verteilung der Interferons führen kann. Allerdings reicht offenbar der Bauch, wenn man nur nicht jedes Mal auf die gleiche Seite spritzt, was ich nicht tue, sondern: oberhalb, unterhalb, links und rechts des Nabels. Dass manchmal ein bisschen Blut austritt, sei nicht weiter tragisch, sondern normal.
- Geschwister: ich fragte Dr. B., was für eine Vorgangsweise sie für meine beiden Geschwister vorschlagen würde, von welchen der eine quasi das gleiche Blutbild wie ich vor der Therapie hatte (erhöhte Werte, e-Antigen), nur dass er keine HBV-DNA gemessen hatte, während die andere vorläufig noch ein unauffälliges Blutbild hat, abgesehen von den Antikörpern und Antigenen, aber nicht dem e-Antigen (= Virus repliziert nicht). Dr. B. meinte, es wäre sehr sinnvoll, sich ins Spital zu begeben, wo man auch halbjährliche Kontrollen machen kann inklusive Bestimmung der HBV-DNA, die sozusagen das wichtigste Anzeichen für den Verlauf der Krankheit ist, und eben auch rechtzeitig eingreifen kann, wenn man sieht, dass die Leberwerte abrupt hinaufschnellen: dann wäre nämlich eine Therapie angesagt.
Eben jene HBV-DNA bei mir gibt Hoffnung, sie ist nämlich wieder gesunken von ca. 330.000 beim letzten Mal auf
191.600 IU/ml
Restliche Werte:
Erys 3,7 T/l
Hämoglobin 11,2 g/dl
Hämatokrit 31,0 %
MCV 83,8 fl
MCHC 36,1 g/dl
Leukos 1,76 G/l
Neutros 0,69 G/l
Thrombos 75 G/l
Zusammenfassung für diejenigen, die die Normalwerte nicht im Kopf haben (wieder sind nur jene aufgelistet, die abweichen): Leukozyten wieder mal am Tiefstand, ebenso Thrombozyten, Kontrolle in zwei Wochen wieder.