Mittwochs dachte ich mir, 9 Uhr ist eine gute Zeit, zur Ambulanz des Spitals zu gehen. Voll war es, aber bald kam ich dran, zu eben jener dunkelhaarigen Ärztin der letzten Male. Die mich gleich mit einer Freudenbotschaft überraschte: gute Nachrichten! Wir können keinen Virus mehr nachweisen!
Der alte Pessimist in mir setzte sich erst mal hin und fragte dann nochmal: wirklich? Ja, sagte sie, das letzte Mal waren wir ja bei 300.000 IU/ml, jetzt ist er weg! Machen wir also einfach die Spritzen weiter bis zum Ende und sehen dann weiter.
Der alte Pessimist in mir fragte vorsichtig nach dem Befund mit dem Virustiter – und fand sich bestätigt, denn in schöner serifer Schrift stand da:
HCV-RNA 0 IU/ml
Das ist natürlich prinzipiell auch eine Freudenbotschaft: keine HCV-RNA bei mir nachweisbar. Nicht nur keine Antikörper, was vor meiner Therapie gemessen wurde, sondern auch der teure PCR-Test ergab, dass ich keine Kopie des Virusgenoms in mir trage.
Die Interferontherapie mache ich aus dem Grund, dass ich die HBV-DNA loswerden will. HBV. DNA. Zwei wesentliche Unterschiede zu „HCV“ und „RNA“, die aber offenbar nicht aufgefallen sind. Der Ärztin ist es furchtbar peinlich und sie entschuldigt sich im Verlauf der Untersuchung mehrere Male für den Lapsus, der, wie sie meint, später ohnehin aufgefallen wäre.
Die Blutwerte vom letzten Mal (3.6.):
AST 43 U/l (bis 31)
ALT 49 U/l (bis 34)
GGT normal
Leukozyten 1,84 G/l (4-10)
Neutrophile 0,76 G/l (1.9-8.0)
Erythrozyten 3,43 T/l (4.0-5.0)
Hämoglobin 10.7 g/dl (12.5-16.0)
Hämatokrit 30.1% (38-44)
Thrombozyten 114 G/l (150-360)
Leberwerte sind also wieder runter und fast wie normal, die Leukozyten wie üblich, Neutrophile schwächer, Thrombozyten stark wie schon lange nicht. Ich mache bald wieder einmal eine Graphik, dann sieht man es besser.
Sehr verwunderlich für die Ärztin war mein Triglycerid-Wert:
258 mg/dl (50-150)
Darum gab es bei der Blutabnahme gleich 5 Fläschchen für Triglyceride, HBV-DNA, Eisenwerte (aus familären Gründen), normales Blutbild und Leberwerte.
Kurzrecherche im Internet ergab, dass man bei erhöhten Blutfettwerten versuchen soll, sein Übergewicht zu reduzieren (hab ich nicht) oder weniger Alkohol zu trinken (tue ich gar nicht). Gesünder ernähren?
Ich erzählte von den Problemen am rechten Knöchel, inzwischen war ich nämlich wieder beim Orthopäden gewesen (Montag), diesmal behandelte mich der Chef der Praxis, recht witzig und sympathisch, er schaute sich als erster den Vergleich zwischen beiden Knöcheln an und stellte fest, dass die rechte Achillessehne doppelt so stark angeschwollen war, verordnete einen weiteren Zinkleimverband für 7 Tage, 2 Tage Pause, dann wieder Kontrolle und meinte, dass die Achillessehne die stärkste Sehne im menschlichen Körper ist und daher nicht einfach so gereizt oder gerissen sein kann, irgendwas muss passiert sein… mir fällt jedoch nichts ein. Auf die Interferontherapie zu sprechen gekommen lachte er und meinte, wie soll er als Orthopäde wissen, ob die Interferontherapie solche Auswirkungen hat.
In 2 Wochen steht der nächste Spitalsbesuch & Blutkontrolle an.