Kaum hatte ich den ersten Punkt, die Schlafstörungen erwähnt, meinte die Oberärztin: gut, wir machen die Schilddrüse auch, und schrieb TSH auf. Zu den anderen Nebenwirkungen kam ich gar nicht. Die schwarzen Flecken sah sie nicht und meinte, mein Bauch sähe eh in Ordnung aus im Vergleich zu dem, was sie sonst sieht.
Blutwerte vom 30.6.08:
Erythrozyten 3,38 T/l
Leukozyten 1,93 G/l
Neutrophile 0,63 G/l
AST 46 U/l
ALT 47 U/l
Die Serologie unverändert leider, also kein Hbe-Ak und kein HbS-Ak.
Wir sprachen über die weitere Vorgangsweise. Heute wurde nochmal alles abgenommen, auch die HBV-DNA, um einen „Endbefund“ zu haben, wie sie es nannte. In einem Monat ist dann die nächste Kontrolle, um zu sehen, ob die Blutwerte alle wieder auf Normalstand gehen. In zwei Wochen sollte es mir wieder so gehen wie früher, sagte sie, oder besser. In einem halben Jahr gibt es dann noch eine Kontrolle, die über den Erfolg der Therapie eine Aussage treffen wird. Ist der HBV-DNA Wert gesunken, so belassen wir es dabei, steigt er an, dann wird eine Tabletten-Therapie begonnen. Sie meinte, ich solle mir nicht allzu große Hoffnungen machen, da meine HBV-DNA-Reaktion auf das Interferon nur sehr schwach ausgefallen ist (von 7 Millionen auf 10 Tausend IU/ml).
Ich fragte sie, was sie von den Studien halte, die es zu Hepatitis B gibt – dass man z.B. eine weitere Interferontherapie nach eine erfolglos abgelaufenen durchführt. Sie meinte, dass ich das Interferon so schlecht vertragen habe, dass ich es nicht noch einmal probieren sollte. Lieber die Tabletten, oder eine Tabletten-Studie mit neuen Medikamenten, wobei ich aber bedenken solle, dass eine Studie immer limitiert an Zeit ist und was mache ich dann danach? Dann müsste ich ja wieder auf andere Tabletten umsteigen, die bereits am Markt sind, auch blöd. So sprach sie und meinte weiter, ich solle meine berufliche Zukunft nicht an den Therapien planen, sondern machen, was ich wolle, denn die Tabletten bekäme man im 3-Monatspack und könnte man mir bis nach Timbuktu nachsenden, eine täglich schlucken und das war’s, keine weiteren Umstände wie die Kühlung der Spritzen. Ich weiß allerdings nicht, wen sie sich als Sponsor dieser Tabletten vorstellt, denn günstig zu haben sind diese auch nicht, wie ich bereits mal erwähnt habe.
