Ich bin kein großer Tablettenschlucker, das weiß ich schon lange, und Sebivo (Telbivudin) ist nicht gerade klein (6,5 mm x 18 mm), aber auch nicht so groß wie gewisse Antibiotika-Bomben; dennoch ein kleines Hindernis für mich. Um das Tablettennehmen etwas zu erleichtern, habe ich überlegt, die tägliche Dosis mit Joghurt zu genießen.
Im Internet kann man viel zu gleichzeitigem Einnehmen von Tabletten und Milch(produkten) finden und fast alle Artikel oder Meinungen gehen in diese Richtung: bloß nicht zusammen. Gleichzeitig weiß ich natürlich, dass jeder alles im Internet schreiben kann und so wende ich mich in dieser Hinsicht gerne an Fachinformationen – also an den Beipackzettel. Hier steht:

Sie können Sebivo mit oder ohne Nahrung einnehmen.

Im Prinzip eine eindeutige Aussage, oder? Dennoch – mit dem Hintergrund der Berichte im Internet – war ich nicht 100% zu überzeugen, dass Milchprodukte keinen negativen Einfluss auf die Wirkung ausüben und so beschloss ich, eine weitere Information aus dem Beipackzettel zu beachten, die folgendes besagte:

Falls weitere Informationen über das Arzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich bitte mit dem örtlichen Vertreter des Pharmazeutischen Unternehmens in Verbindung:

Gefolgt von zahlreichen Telephonadressen aus aller Herren Länder.

Ich rief also bei der österreichischen Niederlassung von Novartis an und nach einigen Minuten Herumverbinden schien ich bei der richtigen Ansprechperson gelandet zu sein.

Laut Packungsbeilage muss man die Tablette als Ganzes, unzerteilt und unzerkaut einnehmen. Da es sich um Filmtabletten handelt, besteht die Möglichkeit, dass der Film dazu da ist, den Wirkstoff vor dem Magen zu schützen, damit die Tablette in den Darm gelangt und sich erst dort auflöst. Solche Tabletten gibt es.

Ob Sebivo von einer eine magensaftresistenten Filmschicht umgeben sei?
Das wisse sie nicht, dazu müsste sie im Dossier nachsehen, was aber eine Weile dauern könnte.

Ob die Tablette geteilt werden könne?
Nein, sie müsse als Ganzes eingenommen werden.

Ob es daher problematisch sei, wenn die Tablette sich im Mund schon etwas auflöse, ehe sie erst runtergeschluckt werde (zB wenn man Schluckbeschwerden hat und der Vorgang etwas länger dauert)?
Nein, das sei kein Problem.

Ob die Tabletten mit Milchprodukten eingenommen werden könne?
Wenn in der Packungsbeilage nichts über Milchprodukte steht, könne sie auch damit eingenommen werden – einfaches Ausschlussprinzip.