Archive for the 'leberpunktion' Category

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Samstag, 6. Oktober 2007

Diesmal hatte ich das erste Mal Gesellschaft beim Spritzen. Begeistert war sie eindeutig nicht von der Durchlöcherungsaktion und vielleicht war das erste auch das letzte Mal. Es war wieder Samstag, diesmal recht spät, nämlich nach dem Museums-Event abends, glücklicherweise keine störenden Nebenwirkungen die Tage danach außer wirklich nervende Müdigkeit, die meist am Frühnachmittag einsetzt.

Morgen steht der Flug in den Osten an, gespritzt wird erst wieder kommenden Sonntag abends.

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Bericht nach einer Woche

Dienstag, 21. August 2007

Leichtes bis mittleres Stechen im Bereich unter der Punktionsstelle (Durchmesser ca. 5 cm) bei bestimmten Aktionen: Niesen, Husten, lautes Auflachen, schnelles Aufstehen, Umdrehen nach rechts hinten, ruckartige Bewegungen mit dem Oberkörper.

Allgemeinzustand: wohlauf.

Pläne: Abwarten.

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Leberpunktion

Dienstag, 14. August 2007

Sie haben alle gelogen, dachte ich mir, als ich ein Nachthemd in die Hand gedrückt bekam und mir ein Bett zugewiesen wurde. Ich hatte mir basierend auf Internetberichten vorgestellt, dass ich mich auf eine Liege lege, das T-Shirt hochziehe, zwei Piekser (1x Betäubung, 1x Punktion) bekomme, ein paar Stunden liegen bleiben muss und dann wieder gehen kann. Es war ganz anders.

Um kurz vor 8 Uhr morgens war ich auf der Station. Erst als ich das Bett bekam, dünkte mir, dass die ganze Sache doch aufwändiger werden sollte; aufwändig für jemanden, der noch nie einen Tag im Krankenhaus verbracht hat. Am wenigsten mochte ich den Arzt, der mir den Schlauch in die Vene des linken Arztes spritzte und mich zustöpselte. Fühlt sich seltsam an, wenn man das Gefühl hat, dass eine kurze Drehung am Plastikventil mich ausbluten lassen könnte. Dann die Beruhigungstablette (standardmäßig), die ich (traditionell) nicht schlucken kann. EKG am Gang, weil kein Zimmer frei ist, die Passanten blicken neugierig auf den verkabelten Körper.

Die Punktion an sich, da muss ich meinen vielen Vorrednern im Netz Recht geben, ist wirklich keine große Sache. Zuerst wird ein sehr genauer Ultraschall des rechten Unterbauchbereichs gemacht, mit Luftanhalten und auf-die-Seite-Drehen. Danach wird mit einer orangen, alkoholhältigen Flüssigkeit der gesamte Bereich desinfiziert bzw. eingerieben, die restlichen Stellen mit den bekannten operationsgrünen Tüchern abgedeckt. Noch mal ein Ultraschall und schon schreitet der Spezialist zur ersten Spritze: lokale Betäubung. Wenn es anfängt, zu brennen, dann wirkt sie, sagt er. Es brennt nicht und ich will beginnen, etwas zu sagen. Er unterbricht mich und bittet darum, nicht zu sprechen. Spritzt noch einmal, denke ich im ersten Augenblick, bis ich eine halbe Sekunde später das Gefühl habe, er gräbt mit einer Schaufel in meinen Eingeweiden. Es tut eigentlich nicht wirklich weh, sondern fühlt sich nur seltsam und unangenehm an: wie eine dicke Stange, mit der im Bauch gerührt wird. Das Gefühl dauert nur kurz, 2 oder 3 Sekunden an, dann sagt er: fertig und zeigt mir das Werkzeug, mit dem er punktiert hat. Er löst die Leberprobe aus der Nadel heraus, legt sie auf Fixiermaterial eröffnet mir den Vorteil einer lokalen Betäubung: ich darf einen Blick auf ein Stück meiner Leber werfen - ein rötlicher und leicht glänzender Zylinder mit 0,95 mm Durchmesser und 2 cm Länge.

Den Rest des Krankenhaustages - 5 Stunden - verbringe ich liegend, mich möglichst wenig bewegend, damit der Blutdruck nicht steigt und es aus einer inneren Verletzung hinausblutet. Es gibt ein mildes, gutes Mittagessen bestehend aus einer Suppe mit Einlage, Wurzelgemüse und gekochtem Rindfleisch sowie geriebenem Apfel und einem hellen Sandkuchen. Mein Begleiter, der so gut wie alle erlaubten Stunden an meiner Seite verbracht hat, peppt das Mittagessen mit einem Apfel, gespritztem Apfelsaft, Kakao und einer Milchschnitte auf. Am Ende des Tages erlaubt eine letzte Ultraschallkontrolle, dass ich nachhause gehe und endlich kommt auch der Schlauch aus mir hinaus.

Fazit: In meiner Vorstellung zuvor war die Punktion schmerzhafter abgelaufen, ich hatte einen richtigen, tiefen Stich in den Bauch erwartet. Wenn ich das übliche Krankenhausprozedere bereits gekannt hätte, wäre es tatsächlich kein sehr aufregender Tag gewesen, da der Eingriff an sich sehr schnell, komplikationslos und kaum schmerzerregend erfolgt ist.

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Vorglühen

Montag, 13. August 2007

Am Tag vor der Punktion stellt sich doch ein leicht mulmiges Gefühl in der Bauchgegend ein. Weiche, glatte Haut wird morgen durchlöchert sein, mit einem Werkzeug, das deutlich mehr als Porendurchmesser hat. Der Assistent, der mir heute etwas ungeschickt (keine Ader erwischt, etwas unter der Haut herumgestöbert) das Blut abnahm, meinte, ich würde keinen Stich spüren, sondern eher, als ob mich jemand stark von vorne schubst, mir gegen die Brust stößt. Ah, sie werden morgen bei uns aufgenommen, sagte die Krankenschwester bei der Begrüßung. Wie das klingt. Als ob ich ins Krankenhaus komme für längere Zeit. Als ob ich krank wäre. Nach der Blutabnahme möchte ich auf einmal morgen doch alleine hingehen, lieber alleine sein, wenn das noch Unbekannte passiert. Ich brauche niemanden, der mir nachher beim Ächzen zusieht, sobald die Betäubungsspritze aufhört zu wirken. “Der Schmerz strahlt in die rechte Schulter aus” - noch eine zusätzliche post-operative Erfahrung. Warum spürt man den Schmerz nicht dort, wo er herkommt?
Keine Mahlzeit nach 20 Uhr, morgen nüchtern & pünktlich auftauchen.

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Pieks

Mittwoch, 4. Juli 2007

Vor mir liegt ein Patienteninformationsblatt:

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

die feingewebliche Untersuchung einer Gewebsprobe aus der Leber ermöglicht es, mit großer Sicherheit Lebererkrankungen (…) festzustellen (…).

Die Leberpunktion

Durch eine Ultraschalluntersuchung wird in der Regel zunächst die genaue Lage der Leber bestimmt und eine geeignete Punktionsstelle festgelegt. (…)

Zwischen zwei Rippen der rechten Brustwand wird nach örtlicher Betäubung eine Hohlnadel zur Leber vorgeführt und mit einem schnellen Einstich Gewebsprobe entnommen (…). (…)

(…)

Am Untersuchungstag weitgehend Bettruhe einhalten. In den ersten zwei Stunden auf der rechten Seite liegen, um die Einstichstelle zu verschließen.

Falls der Eingriff ambulant durchgeführt werden soll, sorgen Sie bitte dafür, dass Sie nach Entlassung aus der ärztlichen Aufsicht abgeholt werden, und dass sich zuhause jemand um Sie kümmert.

Für wenigstens 12 Stunden sollten Sie Bettruhe einhalten.

Bei Unwohlsein (z.B. Übelkeit, Schwindel), bei Fieber oder Blutungen sofort die Ärztin/den Arzt verständigen!

Sieht so aus, als sollte ich nicht alleine gehen. Freiwillige vor?

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Starters

Montag, 2. Juli 2007

Ich denke, heute ist ein guter Tag, um anzufangen.

Heute hatte ich meinen 2. Termin im Spital. Gleich nach der Begrüßung hieß es, wir würden mit Ihnen gerne eine Interferon-Therapie machen. Hierbei gäbe es eine Heilungschance von 20-25%. Ob ich denn bereit wäre, meine Leber punktieren zu lassen. Mittels eines Info-Blattes wurde ich über die Methode (ultraschallgezielte Feinnadelpunktion), Ablauf und Komplikationen informiert. Mit meiner Unterschrift bestätigte ich meine Zustimmung zur Punktion am 14. August. Dann fragte ich nach den Blutwerten.

GOT 74 U/l

GPT 104 U/l

HBV-DNA 7 079 000 IU/ml

Ob Dr. B. mir etwas über die Therapie sagen könnte? Wie lange würde sie dauern? 12 Monate. Das Entsetzen steckt immer noch etwas in den Gliedern. Zweiundfünfzig Wochen - das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Wie oft spritzen, welche Dosis? Mein Eindruck war, dass ich alle Informationen selbst erfragen musste. Als ob die Entscheidung der Ärzte mir nur präsentiert und ich alles weitere dann schon sehen würde, ohne mitreden zu können. 1x pro Woche, die Standard-Dosis. Nicht nach Gewicht? Nein, nicht nach Gewicht. Nebenwirkungen? 2 Tage Fieber - dagegen bekommen Sie von uns Mexalen - Gliederschmerzen, alles andere, wie Depression, ist selten.

Und schon sind wir am Ende vom Anfang.