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Samstag, 19. April 2008135 µg, Samstagnacht.
Keine Nebenwirkungen soweit. Sehr schön. :)
Überbein: Orthopäde hat mein Röntgenbild vom rechten Arm begutachtet und mich zum Ultraschall geschickt. Eventuell wird eine Operation nötig.

135 µg, Samstagnacht.
Keine Nebenwirkungen soweit. Sehr schön. :)
Überbein: Orthopäde hat mein Röntgenbild vom rechten Arm begutachtet und mich zum Ultraschall geschickt. Eventuell wird eine Operation nötig.

Hier das versprochene Diagramm mit dem Verlauf der Blutwerte.
Die ersten beiden Werte stammen noch aus Zeiten vor der Therapie, der abrupte Abstieg in drei Kurven markiert die Reaktion auf die erste Interferon-Spritze.
Die Skala für die Thrombozyten (in grün) befindet sich auf der rechten Seite des Diagramms, für alle anderen Werte befindet sich die Skala links.
Wenn ich etwas wacher bin, werde ich noch horizontale Balken einführen, welche markieren, wo der Normal-Wert beginnt.

Wieder Kopfschmerzen, stechende, gestern, weniger als letzte Woche, aber doch, und ein leichtes dizzy-Gefühl. Ich setze mal eine Korrelation zu der Spritze am Samstag.
Gestern wurde ich morgens zudem von einem Kollegen zur Rede gestellt: ob denn Hepatitis B nicht über Speichel übertragbar sei. Ich sagte, nein.
Eine Stunde später kam er wieder zu mir: dass doch Hepatitis A über das Trinkwasser und Nahrungsmittel verbreitet werden (kürzlich gab es in einem Bundesland einen kleinen Ausbruch angeblich) und warum Hepatitis B nicht über Speichel übertragen werde. Ich sagte, keine Ahnung, aber dieser Virus kommt nur im Blut vor. Wenn Blut im Speichel ist, dann wird er indirekt auch über Speichel übertragen. Aber nicht über Speichel allein.
Vor dem Mittagessen bat er mich dann wieder in eine stille Ecke und meinte: er sei wirklich sehr besorgt, und es sei ihm furchtbar unangenehm und peinlich, dass er das fragen müsste, aber es läge ihm wirklich sehr am Herzen: vor einiger Zeit hätte ich, als ich mal gesprochen hatte, einen Spucktropfen ausgespeit, der direkt in seinem Auge gelandet sei. Ob er nun Hepatitis B bekommen könne. Ich sagte, ich denke nicht, weil Hepatitis B im Allgemeinen nicht über Speichel übertragen werde, und dachte bei mir, dass diese Geschichte wohl erlogen sei, denn ganz so feucht ist meine Aussprache nicht, wie er vorgibt und außerdem müsste es ein reichlich geschickter Spucktropfen sein, der es schafft, an seiner breiten Brille vorbei dahinter ins Auge zu gelangen.
Er entschuldigte sich noch einmal für die Unannehmlichkeit und meinte, in den Broschüren stünde immer, Hepatitis B sei hochinfektiös und warum das denn nicht über Speichel stattfinden könne, sei ihm schleierhaft. Ich antwortete, dass es richtig sei, dass Hepatitis B hochinfektiös sei, denn das bedeute z.B., dass es ein oder zwei Potenzen infektiöser sei als HIV, woraufhin mein Kollege zwei Schritte zurück machte. Ich ergänzte, aber nur über Blut infektiös, er fragte noch einmal nach, woher ich das denn wüsste, ob ich mit einem Arzt gesprochen habe. Ich meinte, ja, Hepatologen hätten mir bestätigt, dass allein Blut infektiös sei, aber nicht Tränen, nicht Schweiß, nicht Speichel; nur wenn Blut in diesen Körperflüssigkeiten vorkäme, was in Speichel schon mal sein kann, Zahnfleischbluten zum Beispiel oder eine Verletzung beim unvorsichtigen Kauen, dann wäre auch diese Körperflüssigkeit infektiös. Ich meinte, wenn er wirklich so Angst vor Ansteckung hätte, solle er sich einfach impfen lassen, und er meinte, ja, das habe er schon getan, aber dieser Spucktropfen sei noch davor geschehen und er wisse nun nicht, ob er angesteckt worden sei. Ich meinte, die Wahrscheinlichkeit ließe sich mit Null vergleichen, woraufhin er sich bedankte und ging.
Ich finde es schade, dass man nicht richtig aufgeklärt wird, weder durch die Broschüren, die übertrieben Panik erzeugen wollen, noch durch den Arzt, der nur Teilwahrheiten von sich gibt. Der Internetrecherche nach ist die Infektiösität von der Virenkonzentration im Blut abhängig. Mit wurde gesagt, dass mein Speichel, meine Körperflüssigkeiten nicht ansteckend sind, nur das Blut. Vermutlich liegt das allerdings an meinem mittleren Virustiter, Patienten mit 10^10 U/ml tragen den Virus auch im Speichel, Sperma, im Urin, selbst in der Muttermilch. Nach dem letzten Stand habe ich aktuell < 10^6 U/ml, also weniger als eine Million, was man als minder-infektiös einstufen kann. Denn ein Titer von <10^5 gilt als zu geringe Menge, um jemanden anstecken zu können.
Allerdings findet man auch so etwas:
Reiss-Levy et al., 1994. E.A. Reiss-Levy, C.M. Wilson, M.J. Hedges and G. McCaughan, Acute fulminant hepatitis B following a spit in the eye by a hepatitis B e antigen negative carrier.
Leider ist der Artikel nicht zum Lesen verfügbar, aus dem Titel lässt sich jedenfalls schließen, dass offenbar ein Fall aufgetreten ist, bei dem jemand durch einen Spucktropfen ins Auge mit Hepatitis B infiziert wurde. Blieb aber offenbar der einzige Bericht dazu, ansonsten lässt sich in der wissenschaftlichen Literatur nur finden, dass ab 10^10 U/ml auch im Speichel Viren nachweisbar sind und generell die Infektiösität von Körperflüssigkeiten vom Virustiter abhängt.

Montagabend wurde mir eine Polio-Impfung in den linken Oberarm verabreicht. Seit März 2001 ist das nämlich keine Schluckimpfung (Zucker + bittere Lösung) mehr, sondern wird nunmehr per Spritze verabreicht und “Polio Salk genannt”. Ich muss das Institut, wo ich war, wiederholt lobend erwähnen, denn auch diesmal ging es schnell, professionell und ich habe die Nadel nicht einmal gespürt.
Nachwirkungen: vermutlich nachts etwas Fieber, zumindest fühlte es sich morgens so an, leichter Druchschmerz am Oberarm, der sich schnell wieder legte.
Unterschied zu bisherigen Impfungen: mir wäre nie Fieber aufgefallen, aber natürlich kann es dieses Mal auch Zufall sein, dass es auftrat.

Zur Information: es gibt auf meinem Blog eine neue Kategorie, oder einen neuen “Tag”, wenn man es anglizistischer will: HBV-DNA. Dieser Wert bestimmt indirekt den Virus-Titer im Blut, das bedeutet, die Menge an Virus-Teilchen pro Milliliter Blut. Diese Zahl ist einer der beiden kritischen Faktoren, die entscheiden, wie sehr infektiös ein Hepatitis-B-Patient ist. Viel DNA im Blut bedeutet viele Viren, was einer hohen Infektiösität entspricht.
Vor zwei Jahren testete ich bereits einmal die HBV-DNA, damals war der Wert um 33 Millionen, was schon ziemlich viel ist, aber beim Recherchieren im Internet habe ich auch schon Patienten gefunden, die ein paar hundert Millionen Viren haben. Keine Viren hat man per definitionem im Labortest, wenn die Menge auf unter ca. 300 pro ml fällt.
In dem Spital, wo ich meine Interferon-Therapie begonnen habe, war mein Anfangswert Ende August um die 7 Millionen. Seitdem wurden 2 Tests gemacht, bei welchen auch der Virustiter bestimmt worden ist; man findet sie, wenn man rechts im Menü auf “hbv-dna” klickt. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zahl bisher um eine Potenz zurückgegangen ist - es könnte besser sein, aber es hätte sich auch nichts ändern können, was ziemlich schlecht wäre. Im Gegensatz zu Hepatitis-C-Patienten gibt es nämlich in meinem Fall keinen Richtwert, also z.B. dass der Titer nach 3 Monaten Therapie unter die Nachweisgrenze fallen muss; nein, so ist das hier nicht.
Dr. B. ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.